http://www.bibliothekartag2011.de/redaktion/programm/Wie_entsteht_das_Programm.php




Wie entsteht das Programm des Bibliothekartages?

Eine Information der Programmkommission

Die Programmkommission: Auftrag und Mitglieder
Veranstalter des 100. Deutschen Bibliothekartages sind der Berufsverband Information Bibliothek e. V. und der Verein Deutscher Bibliothekare e. V. in Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband e.V.. Sie sind letztverantwortlich für die Planung, Organisation und Durchführung des Kongresses.
Bei der Planung und Durchführung des Kongresses spielen zwei Gremien eine wichtige Rolle: Die Programmkommission (PK) ist für das Fortbildungsprogramm verantwortlich. Das Ortskomitee verantwortet die Organisation vor Ort in Berlin. Mitglieder der PK sind die Veranstalter, der DBV und Vertreter des Berliner Ortskomitees.

Die PK entscheidet über das jeweilige Fortbildungsprogramm des Kongresses. Sie ist in fachlicher Hinsicht für das Programm verantwortlich. Ihre Mitglieder sind nicht an Weisungen der Verbände und Einrichtungen, die sie vertreten, gebunden.

Vom Call for Papers bis zum fertigen Programmangebot
Eine erste, sehr wichtige Aufgabe der PK ist die Arbeit am call for papers (cfp). Dabei geht es um folgende Punkte: Themen diskutieren und formulieren, Ausschreibungsmodalitäten festlegen, Regeln für Referentinnen/Referenten und Moderatorinnen/Moderatoren aufstellen. Die auf die Vortragsausschreibung hin eingehenden Abstracts werden übersichtlich aufbereitet. Im November 2010 fand eine Sitzung der PK statt, auf der die Beiträge für das Fortbildungsprogramm ausgewählt und festgelegt wurden. Grundlage waren sämtliche eingereichten Abstracts. Nicht der Einreichende entscheidet, ob „sein“ Vortrag oder „seine“ Veranstaltung in das Programm aufgenommen werden, sondern die Programmkommission. Verfolgt man die Arbeit der Programmkommission über mehrere Kongresse hinweg, so wird deutlich, dass einige Probleme immer wieder auftreten und zu Nachfragen führen. Die Entscheidungen der PK zu diesen Punkten sollen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer transparent sein. 

1. Zahl der Einreichungen - Umfang des Programms
Die Anmeldungen für den 100. Deutschen Bibliothekartag haben wieder einmal gezeigt, wie erfolgreich das ehrenamtliche Prinzip bei der Gestaltung des Programms ist. Über 700 Beiträge wurden angemeldet. Aber nur ca. 350 können 2011 ins Programm aufgenommen werden. Der Umfang des Veranstaltungsprogramms wird durch die verfügbaren Zeiten für Programmblöcke und auch durch die verfügbaren Räumlichkeiten mitbestimmt. Die PK muss auch deshalb Angebote ablehnen, zusammenlegen, aufteilen oder thematisch anders akzentuieren.

2. Themen im Call for Papers - Themen im Programm
Nicht jedes ausgeschriebene Thema stößt auf dieselbe Resonanz. Nicht jede Gruppe findet ihren Arbeitsschwerpunkt in den ausgeschriebenen Themen wieder. Es gehen auch Vorschläge für Beiträge zu sehr interessanten Themen ein, die nicht vom cfp abgedeckt sind oder die im Vorjahr im Mittelpunkt standen. Die PK reagiert hier in einem gewissen Rahmen flexibel, wenn es Themen für einen nicht zu kleinen Personenkreis sind. Jedoch haben die Themen des cfp in der Regel Vorrang.

3. Aktualität der Beiträge
Die PK musste im November entscheiden, welche Themen im kommenden Juni auf dem Programm stehen. Aktualität kann deshalb ein Problem sein. In der Vergangenheit haben nahe zu alle Referenten Beiträge präsentiert, die im Vergleich zum eingereichten Vorschlag auf den neuesten Stand gebracht worden waren. Nach Programmschluss aktuell werdende Themen können leider nur mit großen Einschränkungen in das Programm aufgenommen werden. Zwei Blöcke mit aktuellen Kurzvorträgen sollen in diesem Jahr erstmals zeitnah zum Kongress zusammengestellt werden. Dafür erfolgt im März ein erneuter Aufruf.

4. Spezialthemen
Es gibt wichtige, aber sehr spezielle Fachthemen, für die nur einige Fachkollegen Experten sind und die daher erfahrungsgemäß auf wenige Zuhörer stoßen. Der Wunsch dieser Kollegen, auch Ihrem Spezialthema auf dem Bibliothekartag Gehör zu verschaffen, ist verständlich. Die PK bemüht sich jedoch, ein Programm anzubieten, das möglichst viele Teilnehmer anspricht. Manche Spezialthemen sind daher besser für ein internes Arbeitstreffen der Expertengruppe geeignet als für eine öffentliche Veranstaltung auf dem Kongress. Auch unter den Vorschlägen für Einzelvorträge finden sich interessante Spezialthemen. Nur in einigen Fällen lässt sich ein Veranstaltungsblock für sie finden, zu dem sie thematisch passen.

5. Thematische Wiederholungen
Es gibt Themen, die über mehrere Jahre hinweg von Interesse sind (z.B. Rechtsfragen, Informationskompetenz, Baufragen, Verbünde). Die PK ist aber der Ansicht, dass solche Themen auf dem Kongress nicht jedes Mal in gleicher Intensität angeboten werden sollten, zumal wenn sie im Vor- oder Folgejahr auf dem Bibliothekskongress ausführlich behandelt wurden.

6. Blockveranstaltungen
Es gibt zahlreiche Bibliothekssparten, Kommissionen, Expertengruppen, Arbeitsgemeinschaften, Verbände, Verbünde, Ausbildungseinrichtungen und spezielle Interessengruppen im Bibliothekswesen. Nicht wenige dieser Gremien nutzen den Aufenthalt beim Kongress für separate Arbeitstreffen außerhalb des Programms. Einige der Fachgremien hingegen beanspruchen, mit fertig konzipierten Blockveranstaltungen im Programm vertreten zu sein. Das Programm soll aber nicht allein aus Veranstaltungsblöcken bestehen, die das Fachgremium einreicht und die die PK unverändert akzeptiert. Vielmehr stellt die PK das Programm selbständig zusammen. Zumindest bei öffentlichen Veranstaltungen ist es ihr vorbehalten, über Einreichungen der Fachgremien und Interessengruppen unabhängig zu entscheiden. Daher kommt es öfter vor, dass Änderungen innerhalb von Veranstaltungsblöcken vorgenommen werden oder dass die PK Blockveranstaltungen mit anderen Blöcken oder mit Einzelvorträgen Dritter koppelt.

7. Firmen und Fortbildungsprogramm
Das Fortbildungsprogramm ist in steuerlicher Hinsicht eine gemeinnützige Veranstaltung. Finanzielle oder kommerzielle Interessen dürfen darin nicht zum Tragen kommen, sonst ist die Gemeinnützigkeit gefährdet. Firmen werden deshalb gebeten, ihre Produkte in der Firmenausstellung und bei Firmenvorträgen vorzustellen und dort das Gespräch mit Kunden zu suchen. In den vergangenen Jahren gab es einzelne Veranstaltungen, in denen Firmen referierten und Wettbewerber sich anschließend über diesen Vorteil beschwerten bzw. mit Rückzug von der Firmenausstellung drohten. Die PK legt deshalb im Fortbildungsprogramm den Akzent deutlich auf bibliothekarische Projekte. Sie können durchaus Ergebnis der Kooperation mit Firmen sein. Im Vordergrund sollen aber nicht die Firma oder ihr Produkt, sondern die bibliothekarische Dienstleistung stehen. Das Fortbildungsprogramm ist kein Forum zur Präsentation von Firmen.

Die Programmkommission des 100. Deutschen Bibliothekartages,
Dezember 2010

 


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Unter dem Link http://www.deckbar.de/bib100/ können Sie einige Eindrücke des 100. Deutschen Bibliothekartages anschauen und in Erinnerungen schwelgen.